Der beliebteste Volkssport Chinas ist ohne Frage Tai Chi Chuan, auch chinesisches Schattenboxen genannt. Doch nicht nur in China erfreut sich diese Kampfkunst, die in weiten Teilen nicht mehr nur – oder sogar gar nicht – als solche angesehen wird, größter Beliebtheit. Ihr Siegeszug auch über die westlichen Länder hat bereits vor Jahrzehnten begonnen und es gibt kaum eine Stadt, in dem nicht mindestens ein Tai Chi Kurs angeboten wird.

Tai Chi Chuan wurde im chinesischen Kaiserreich ursprünglich als eine innere Kampfkunst entwickelt, welche möglichst ausschließlich zur Verteidigung dienen sollte. Im Laufe der Zeit kamen zu den einstigen Grundlagen diverse Stile und Elemente hinzu, die die Bewegungsabläufe und Verteidigungsmöglichkeiten vielfältig erweiterten. Tai Chi ChuanErst im letzten Jahrhundert entwickelte sich Tai Chi Chuan in vielen Bereichen zu einer neuen Bewegungsform, die vor Allem der Meditation, der Persönlichkeitsentwicklung und der Lehre der Bewegung dient – teilweise wird es sogar als eine Art Gymnastik angesehen. Die Kampfkunstaspekte weichen vermehrt zurück und der Sport wird dadurch für alle Altersklassen zugänglich gemacht. Die Gesundheitsförderung durch diesen ist dabei unumstritten.

Dennoch finden sich in allen Stilen die Charakteristika des Ursprungs wieder und lernt man in einem Tai Chi Ferienkurs diese Sportart, ist man theoretisch auch bei den rein meditativen Übungen noch immer in der Lage diese als Verteidigungsform zu nutzen. Besonders auffallend ist, dass alle Übungen langsam und fließend vollzogen werden – die Weichheit ist das elementare Stilmittel aller Bewegungsabläufe, auch wenn es hier und da schnelle und explosionsartige Aktionen geben kann. Die entspannten und lockeren Aufgaben sollen natürlich und dabei so kraftlos wie möglich ausgeführt werden und Partnerübungen zeigen das zweite Charakteristikum: am Gegner kleben. Dies bedeutet, man bleibt bei diesen Übungen immer im direkten Kontakt zum Partner und auf dessen Aktionen soll der eigene Körper natürlich und spontan reagieren, nicht mit erlernten Kontertechniken, sondern damit die Kraft des Gegners für sich zu nutzen und ihm entsprechend entgegenzusetzen.